Sonntag, 13. Dezember 2009

Predigt zum dritten Adventssonntag


Predigt zum dritten Adventssonntag

Schauen wir uns einige Maximen zum Leben des Christen ein wenig an.

Es beginnt mit einer Aufforderung - oder besser gesagt: einer Einladung - zur Freude:

"Freut euch zu jeder Zeit"! (1 Thess 5,16)
Freude soll das Erste, das Primäre im Leben des Gläubigen sein. 
Warum? ?
Weil Christsein 
Erlöstsein heißt.

Christentum ist nicht in erster Linie ein Moralkodex, ein System von Geboten und Verboten, sondern es ist: Erlösungsbewußtsein.
Gott hat die verlorene Menschheit durch seinen eingeborenen Sohn von den Mächten der Sünde und des Todes befreit, - das ist das "Evangelium", die Frohbotschaft des Glaubens. Nichts anderes ist es, was wir an Weihnachten feiern werden. Gott hat uns seinen geliebten Sohn geschenkt und mit ihm alles, was wir zu unserer Seligkeit brauchen. Dieses große Ja Gottes zu uns sollte unser ganzes Leben überstrahlen. - Wir dürfen es uns durch nichts und niemanden verdunkeln lassen.
Ein unfehlbarer Weg, sich die Freude zu verderben, ist es, wenn man sich zu sehr am Negativen in der Welt und an anderen Menschen aufhält. Wenn man über das Nein der Menschen nicht hinwegkommt, andern ihr Versagen, ihre Schuld nicht vergeben und vergessen kann.
Gottes Geist ist Ja-Geist, Geist der Bejahung, Geist des Vergebens und des Erbarmens. Wenn wir uns davon anstecken und immer mehr prägen lassen, werden wir zur Freude fähig.

"Betet ohne Unterlaß" - so lautet der zweite Rat des Apostels (1 Thess 5,17).
Ohne Unterlaß beten, das bedeutet: Die Verbindung zu Gott niemals abreißen lassen. Keinen Tag vergehen lassen, ohne an Gott gedacht und zu Gott gesprochen zu haben. Gott ist ja da, auch wenn er unsichtbar ist. Er ist wirklich da: "Jahwe" - "Ich bin da" - das ist sein Name für alle Zeiten. Gott ist da: Er sieht uns, er kennt uns, er ruft uns, seine Kinder. In der Verbundenheit mit ihm dürfen wir unseren Weg gehen. Das ist unser großes Privileg, dass wir nicht ohne Gott unser Dasein fristen müssen.
Das Gebet ist die Seele des Glaubens, der wirklichen Gottverbundenheit. Ein Meister des Gebets, der Heilige Benedikt, gibt dazu den Rat: "Lieber öfter kurz, als selten lang beten". - Immer wieder im Verlauf des Tages mit einer kurzen Anrede sich an Gott wenden, mit einer Bitte, einem Dank, einem Wort der Reue, so bleibt man im lebendigen Gespräch mit Gott und verfällt nicht der so verbreiteten Gottvergessenheit.

"Dankt für alles", heißt es im Brief weiter, "denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört" (1 Thess 5,18).
Gott für 
alles danken - das heißt: Für das Schöne und Beglückende ebenso danken wie für das Schwere und Leidvolle. 
"In Wahrheit ist es würdig und recht, dir allmächtiger Vater, immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus" - so heißt es in jeder Eucharistiefeier, wobei Eucharistie selbst "Danksagung" heißt.
Gott "immer und überall" danken, das bedeutet: Den Glauben aufbringen, dass Gottes Vatergüte alles verantwortet, was mir begegnet, das Schöne und das Schwere. Gott weiß, warum es so sein muß und nicht anders. Sein Wille geschehe. - Solches Danken in jeder Lebenslage ist letzte Konsequenz unseres Glaubens, unseres felsenfesten Vertrauens in Gottes Vorsehung und Liebe.

"Löscht den Geist nicht aus", lautet eine weitere Regel (1 Thess 5,19).
Das könnte man vielleicht so übersetzen: Laßt die Seele nicht verhungern! Sorgt auch für geistige Nahrung. - Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er ist wesentlich ein geistiges Wesen. Er darf nicht geistig - religiös verkümmern.
Dazu braucht er Zeiten des Zurückgezogenseins, des Nachdenkens, die Möglichkeit zu ernsthaften Gesprächen, die Beschäftigung mit geistigen Inhalten und nicht zuletzt: die Verkündigung und die Sakramente der Kirche.
Das alles ist viel notwendiger als Jogging und Gymnastik. Weil es den inneren Menschen, unser geistiges Ich aufbaut.

Den Geist nicht auslöschen, sondern im Gegenteil anfachen, das sollen wir nicht nur bei uns selbst, sondern auch bei anderen tun. Wichtig ist das zum Beispiel für Eltern.
Schon bei Kindern kann der Heilige Geist sich melden, eine besondere Freude an Gott und der Religion wecken. Wenn sich das zeigt, dann bitte nicht den Wind aus den Segeln nehmen, nicht dämpfen, behindern, beargwöhnen; sondern mitziehen, den religiösen Keim behüten und pflegen, glaubensfreundliche Bedingungen schaffen!

Der Apostel Paulus schließt seine Lebensregeln mit einer Zusage: "Gott, der euch beruft, ist treu" (1 Thess 5,24).
Gottes Ruf, mit dem er jeden einzelnen von uns gerufen hat, steht am Anfang, seine Treue am Ende. Sie bleibt bestehen, selbst wenn wir untreu werden, wie Paulus an anderer Stelle sagt (2 Tim 2,13).
Darum dürfen wir immer wieder neu anfangen mit dem Christsein, um mehr und mehr zu entdecken, was es heißt, dass er uns "aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat" (1Petr 2,9).

Amen

Pfarrer Dr.Johannes Holdt


3 Kommentare:

  1. Eine wunderbare Predigt, die mich berührt. In einer Zeit, wo das geistliche Leben der Menschen immer mehr abzunehmen scheint, der Rat: "Löscht den Geist nicht aus" (Tess 5,19). Wenn ich von Jesu Aussage ausgehe, dass die Pforten der Hölle diese Kirche Jesu nicht überwinden werden, und unter Kirche verstehe ich alle Menschen guten Willens, dann bin ich überzeugt, dass es auch so ist. Der Geist kann nicht endgültig vernichtet werden. Diese Predigt allein zeigt schon, dass es inmitten einer geistlich öden Zeit immer wieder Menschen gibt, die die Warheit im Herzen tragen, und die Wahrheit ist Jesus. Schwester Faustina hat einmal 1935 in einer Schau erlebt, dass das Kind Jesus ihr sagte, er wohne nicht nur dann in ihr, wenn sie ihn in der heiligen Kommunion empfange sondern immer. ER wohnt immer in den Menschen, denn der Geist Gottes beseelt den Menschen und lässt ihn sein und erhält ihn lebend. (Tagebuch 575)
    ER wohnt in allen Menschen auf dieser Welt. Die geistliche Armut, die sich aber in diesen Zeiten zeigt, entsteht dadurch, dass sich die Menschen nicht nach innen wenden, an den, der sie erschaffen hat und leben lässt. Aus diesem Grunde ist die Bitte zum Gebet der Mutter Jesu (und unserer Mutter) so wichtig für den Frieden in dieser Welt.

    "Liebe Kinder! In dieser Weihnachtsfreude wünsche ich euch zu segnen. Ganz besonders liebe Kinder bringe ich euch den Segen des kleinen Jesuskindes. Möge er euch mit seinem Frieden erfüllen. In dieser Zeit habt ihr keinen Frieden und dennoch sehnt ihr euch danach. Aus diesem Grunde bitte ich euch an diesem Tage zu beten, beten, beten, weil ihr ohne Gebet keine Freude habt und auch keinen Frieden und keine Zukunft. Verlangt nach Frieden und sucht ihn, weil Gott der wahre Frieden ist. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid. (25. Dezember 1998)

    Das Gebet also ist es, was die Menschen zum Frieden bringt, zu Jesus Christus, der in uns wohnt und auf uns wartet, dass wir uns ihm im Gebet nähern. Maria erinnert uns und ruft uns ins Gedächtnis zurück, wie in jedem einzelnen und somit in allen Menschen auf dieser Welt der Friede herrschen könnte. Nicht die Bedingungen auf der Welt müssen verändert werden sondern der Mensch, der Christus Jesus die Tür seines Herzens öffnet und ihn dann in dieser Welt wirken lässt. Wir müssen uns an Jesu Gegenwart in uns erinnern, und Maria versucht, uns seit 28 Jahren daran zu erinnern. Das Gesicht dieser Welt kann verändert werden, wenn die Menschen sich entschließen, Gott wirken zu lassen.

    "Aus diesem Grunde bitte ich euch an diesem Tag zu beten, beten, beten, weil ihr ohne Gebet keine Freude habt und auch keinen Frieden und keine Zukunft."

    Je mehr wir regelmäßig beten desto sensibler werden wir für die Gegenwart Gottes in uns, und durch diese gesteigerte Sensibilität beginnen wir zu verstehen und erhalten Gottes Frieden und Freude, die uns in eine sicherere Zukunft führt und in den Himmel. Das Gebet ist lebenswichtig für uns; es ist der Weg, in der Einheit mit Jesus Christus zu wachsen. Mögen wir also nicht vergessen, in dieser geschäftigen Zeit und in Zukunft das Gebet zu suchen. Dann ist Jesus mit uns und segnet uns.

    Johannes

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  2. Eine wunderbare Predigt, die mich berührt. In einer Zeit, wo das geistliche Leben der Menschen immer mehr abzunehmen scheint, der Rat: "Löscht den Geist nicht aus" (Tess 5,19). Wenn ich von Jesu Aussage ausgehe, dass die Pforten der Hölle diese Kirche Jesu nicht überwinden werden, und unter Kirche verstehe ich alle Menschen guten Willens, dann bin ich überzeugt, dass es auch so ist. Der Geist kann icht endgültig vernichtet werden. Diese Predigt allein zeigt schon, dass es inmitten einer geistlich öden Zeit immer wieder Lichtblicke gibt, die die Warheit im Herzen tragen, und die Wahrheit ist Jesus. Schwester Faustina hat eineml 1935 in einer Schau erlebt, dass das Kind Jesus ihr sagte, er wohne nicht nur dann in ihr, wenn sie ihn in der heiligen Kommunion empfange sondern immer. ER wohnt immer in den Menschen, denn der Geist Gottes beseelt den Menschen und lässt ihn sein und erhält ihn lebend. (Tagebuch 575)
    ER wohnt in allen Menschen auf dieser Welt. Die ARmut, die sich aber in diesen Zeiten breit macht, entsteht dadurch, dass sich die Menschen nicht nach innen wenden, an den, der sie erschaffen hat und leben lässt. Aus diesem Grunde ist die Botschaft der Mutter Jesu (und unserer Mutter) so wichtig für den Frieden in dieser Welt.

    "Liebe Kinder! In dieser Weihnachtsfreude wünsche ich euch zu segnen. Ganz besonders liebe Kinder bringe ich euch den Segen des kleinen Jesuskindes. Möge er euch mit seinem Frieden erfüllen. In dieser Zeit habt ihr keinen Frieden und dennoch sehnt ihr euch danach. Aus diesem G

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  3. Ja- das Gebet ist der " Atem der Seele!"

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