Sonntag, 9. Mai 2010

Sonntags-Evangelium nach Johannes- u. Kommentar 09.05.10




Evangelium nach Johannes 14,23-29.

Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige 
Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, daß ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. 

Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel 



Kommentar des heutigen Evangeliums  

Hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591), Karmelit, Kirchenlehrer 
Aufstieg zum Berge Karmel, Buch 2, Kap. 22 („Empor den Karmelberg“, Johannes Verlag Einsiedeln, S. 168ff) 

"Das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat"


Der Hauptgrund dafür, dass unter dem geschriebenen Gesetz die Fragen an Gott erlaubt waren und die Propheten und Priester Offenbarungen und Visionen von Gott suchten, liegt darin, dass damals der Glaube noch nicht fest gegründet und das vangelische Gesetz noch nicht erlassen war... Aber nun... bleibt für uns nichts mehr in dieser Weise zu erfragen und für Gott nichts mehr zu sprechen und zu beantworten wie ehedem, Er hat uns ja seinen Sohn gegeben, der sein WORT ist – und ein anderes hat er nicht. So sagte er uns alles zusammen und auf einmal in diesem einzigen WORT und mehr hat er nicht zu sagen. Dies ist der Sinn der Stelle, mit der Paulus anhebt...: „Oftmals und mannigfach sprach Gott einst durch die Propheten zu den Vätern; in diesen letzten Tagen sprach Er zu uns durch seinen Sohn...“ (Hebr 1,1).

Wer demnach jetzt noch Gott befragen oder irgendeine Vision oder Offenbarung wünschen sollte, beginge nicht nur eine Torheit, sondern fügte Gott eine Beleidigung zu, da er die Augen nicht ganz auf Christus richtet, ohne etwas anderes oder Neues zu verlangen. Gott könnte ihm auf diese Weise antworten und sagen: „Wenn ich dir schon alles in meinem WORT, nämlich in meine Sohn gesagt habe und kein anderes habe, was sollte ich dir also antworten oder offenbaren, das mehr wäre als dieses? Richte die Augen einzig auf ihn; denn in ihm habe ich dir alles gesagt und offenbart, und in ihm wirst du mehr finden, als du erbittest und ersehnst... Da ich auf dem Berge Tabor mit meinem Geiste auf ihn herabkam, sagte ich: Dies ist mein vielgeliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe, ihn höret! (Mt 17,5). Seither habe ich meine Hand von allen jenen Weisen der Belehrung und Beantwortung abgezogen und alles ihm übergeben. Ihn höret, denn mehr Glaubensgut habe ich nicht zu enthüllen, mehr Dinge nicht zu offenbaren. Wenn ich zuvor sprach, so verhieß ich Christus; und wenn sie mich befragten, so galten ihre Fragen dem Erflehen und Erhoffen Christi, in dem sie jegliches Gut finden sollten, wie es nun die gesamte Lehre der Evangelisten und Apostel zu verstehen gibt.“ 


*********************************



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.