Mittwoch, 6. Februar 2013
Zwiegespräch
Ein Zwiegespräch aus einer chassidischen Geschichte
"Warum hast du es so eilig?" fragte der Rabbi,
"Ich laufe meiner Lebendigkeit nach" antwortete der Mann.
"Und woher weißt du" sagt der Rabbi,
"dass deine Lebendigkeit vor dir herläuft und du dich beeilen musst?"
Vielleicht ist sie hinter dir,
und du brauchst nur innezuhalten"
Sonntag, 24. Oktober 2010
Sprung in der Schüssel
Es war einmal eine alte Chinesin, die zwei grosse Schüsseln hatte. Diese hingen an den Enden einer Stange, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste.
Am Ende der lange Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die zweite Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.
Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause.
Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.
Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau:“ ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg bis zu deinem Haus immer Wasser läuft.“
Die alte Frau lächelte. Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?`
Ich habe auf deine Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun giesst du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen.
Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso warst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.
Liebe Freunde jeder von uns hat seine ganz eigenen Grenzen, Mängel und Fehler. Aber es sind die Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen.
Samstag, 7. August 2010
DAS LEBEN IST HERRLICH
Ein Mann klagt einem erfahrenen Rabbi sein Leid: “Mein Leben ist nicht mehr erträglich. Wir wohnen mit sechs Personen in einem Raum. Ich halte die Enge und den Lärm nicht mehr aus. Was soll ich nur machen?” Der Rabbi überlegte und riet ihm dann: “Nimm deinen Ziegenbock noch mit in euer Zimmer!“ Der Mann erhob verwundert seine Einwände gegen den Vorschlag. Doch der Rabbi beharrte auf seinem Rat: „Tu, was ich dir gesagt habe, und komm nach einer Woche wieder!”
Nach einer Woche kam der Mann zum Rabbi. Er war vollkommen entnervt und total am Ende „Wir können es nicht mehr aushalten. Der Ziegenbock stinkt fürchterlich. Die Tage sind eine einzige Qual, die Nächte schlimm und schlaflos.” Der Rabbi sagte nur: “Geh nach Hause und stell den Ziegenbock wieder in den Stall. Dann komm nach einer Woche wieder!“ Die Woche verging. Als der Mann zum Rabbi kam, lachte er übers ganze Gesicht: ”Das Leben ist herrlich, Rabbi. Wir genießen jede Minute. Kein Ziegenbock, kein Gestank. Nur wir sechs im Zimmer. Das Leben ist herrlich!”
Manchmal wird das Leben in seinen engen Grenzen wieder weit und lebenswert, wenn man an die viel größere Not denkt, in der man sein und leiden könnte. Manchmal muss man sich die Not ins eigene Zimmer stellen, damit man erkennt, wie gut man ohne sie leben kann. Aber wirklich herrlich wird ein Leben nicht durch Vergleiche mit anderen Menschen oder Situationen. Wirklich herrlich bleibt das Leben nur im Wissen um einen Herrn des Lebens. Unser Leben ist dann herrlich, auch in mancher Bedrängnis, wenn wir einen Herrn haben, der in allen Lebenslagen unser Helfer und Beistand ist. Nur wer einen starken Herrn hat, dessen Leben wird letztlich auch “herrlich” sein!
Dienstag, 25. Mai 2010
MITARBEITER GESUCHT
Mitarbeiter gesucht
Unser Aufbau geht weiter.
Tüchtige Fachkräfte finden bei uns sichere Arbeitsplätze.
Aufstiegsmöglichkeiten bei entsprechender Qualifikation.
Besuchen sie uns, schreiben sie uns oder rufen sie einfach an.
Wir bieten jedem eine echte Chance.
So hieß es in der Anzeige.
So heißen tausend Anzeigen!
So heißt aber auch Gottes Anzeige!
Sein Werk hat auch mal ganz klein angefangen.
Der Start war im Schuppen eines Provinznestes.
Die ersten Mitarbeiter wurden von der Straße weg angeworben.
Außenhandelsvertreter durchzogen den kleinasiatischen Raum.
Sie gründeten Niederlassungen in Korinth, in Ephesus, in Rom.
Der Aufbau ging stetig voran.
So kam es auch zu uns.
Da Werk ist nun über 2000 Jahre alt.
Die Erweiterungspläne sind aber keineswegs abgeschlossen.
Das Aufbauwerk will unter jedes Dach kommen.
Der Marktanteil der waschechten Christen soll bis zur Vollständigkeit steigen:
Deshalb sind Arbeitsplätze zu besetzen:
Die Heimarbeit des stillen Gebetes
Die nebenamtliche Tätigkeit als Jugendleiter, Hauskreisleiter oder Posaunenbläser
die hauptamtliche Tätigkeit als Diakon, Prediger oder Missionar
für Mitarbeiter, die sich nach ihren Gaben einsetzen lassen, sind jede Menge Stellen frei
Es werden dringend Arbeiter in der Ernte gesucht!!!!!!!
Samstag, 26. September 2009
DANN WIRD JEDEM SEIN LOB WERDEN VON GOTT
Samstag, 15. August 2009
DIE PERLENMUSCHEL
Eine kleine Muschel lebte mit vielen anderen im Ozean. Sie war glücklich und fand ihr Leben herrlich. Eines Tages beim Spielen geriet ein großes kantiges Sandkorn in ihren Kalkpanzer. Sie rieb und rieb, aber das Sandkorn ließ sich nicht entfernen. Um so mehr sich die kleine Muschel wehrte, um so schlimmer wurden die Schmerzen. Bald hatte das Sandkorn eine große Wunde verursacht und die kleine Muschel wurde immer trauriger und stiller. Sie weinte, wenn es niemand sehen konnte und zog sich immer mehr zurück. Der Schmerz, gegen den sich die Muschel immer noch auflehnte, wurde so arg, dass sie sich in einer Ecke versteckte und nicht mehr bereit war, herauszukommen. Sie war nur noch niedergeschlagen und sah keinen Sinn mehr in ihrem Leben.Eines Tages kam eine große, alte Muschel an ihr vorbei und sah wie traurig die Kleine war.
"Was ist mit Dir?" fragte die große Muschel.
Die kleine Muschel erzählte ihr Unglück: "Ich kann nicht mehr essen, ich will nicht mehr spielen und ich kann auch nicht mehr lachen!"
"Ja", meinte die alte Muschel, "das machen alle durch. Du musst versuchen, mit dem Schmerz zu leben. Jeder von uns wird im Leben verletzt, der eine hat es leichter damit, der andere sehr schwer. Aber wenn Du den Schmerz zulässt, wenn Du mit dem Schmerz lebst, spielst, mit den Wellen tanzt und heiter bist, wirst Du ihn überwinden können."
Die kleine Muschel ließ sich überreden und ging mit.
Sie fing an wieder zu spielen, sie tanzte in den Wellen und sie
ließ sich auf dem Meeresboden nieder, um mit den anderen
im Seegras verstecken zu spielen. Manchmal ging sie noch an den Rand des Geschehens und vergoss ein paar Tränen, aber mit der Zeit ging es ihr besser. Nach langer Zeit traf sie die alte Muschel, die ihr damals geholfen hatte, wieder. "Wie geht es Dir?" fragte diese.
Die kleine Muschel meinte: "Es ist noch ein Druck zu spüren, der mich aber nicht mehr traurig macht." Die große Muschel meinte:"Dann hat Dein Sandkorn seine Kanten verloren und ist zur Perle geworden. Perlen sind wertvoll, so wie unsere Erfahrungen es sind, aber sie tun nicht mehr weh und man kann mit ihnen leben."
Samstag, 25. Juli 2009
DAS SCHÖNSTE HERZ
Das schönste Herz
Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, er habe das schönste Herz im ganzen Tal. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.
Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: »Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines. « Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben. Es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken, genauer gesagt ... an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie? ...
Der junge Mann schaute auf das Herz des alten Mannes, sah dessen Zustand und lachte: »Das ist wohl ein Witz«, sagte er, »dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt, und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.« »Ja«, sagte der alte Mann, »deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.
Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch, ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen, und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde ... und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?«
Der junge Mann stand still da, und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an und setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten, vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde im Herz des jungen Mannes. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.
Mittwoch, 8. Juli 2009
Das Kreuz nicht zurück weisen
Das Kreuz nicht zurück weisen
Zwei Männer befanden sich auf einem Weg zu einer Stadt, die sie vor Abend noch erreichen mussten. Jeder von ihnen trug ein Kreuz, das so schwer war, dass sie fast unter seinem Gewicht zusammenbrachen.
Einer von ihnen nahm nun kurz entschlossen das Kreuz und sägte die Hälfte davon ab. Er beruhigte sich dabei mit dem Gedanken, dass es ja immer noch ein Kreuz war.
Der andere sägte die Balken der Länge nach durch, so dass sie nur noch halb so dick waren. Er dachte: "Es wird wohl nichts ausmachen, die Form ist ja immer noch die gleiche."
Endlich erreichten sie ihr Ziel, aber sie konnten nicht in die Stadt hineinkommen. Ein tiefer Kanal schnitt ihnen den Weg ab. Es gab keine Brücke, kein Boot, keine Fähre.
"Unsere Kreuze werden uns retten", dachten sie, "wir werden sie als Brücke benutzen."
Der erste legte also sein Kreuz übers Wasser, aber es war zu kurz. Das Kreuz des anderen reichte genau von einem Ufer zum anderen, aber als er es betreten wollte, begann es zu krachen. Es war zu dünn, um einen Menschen zu tragen.
Sonntag, 21. Juni 2009
BESCHÄFTIGT
"Wie sollen wir das anstellen?", fragten seine Dämonen. "Haltet sie mit unwichtigen Nebensächlichkeiten des Lebens auf. Beschäftigt und erfindet unzählige Programme, um ihre Gedanken in Besitz zu nehmen," antwortete Satan. "Verleitet sie zum Ausgeben, Verbrauchen, Verschwenden und zum Ausleihen, Borgen und wiederum Ausborgen. Überredet die Frauen, lange Stunden arbeiten zu gehen und die Ehemänner 6 - 7 Tage jede Woche zu arbeiten, 10 - 12 Stunden am Tag, damit sie sich ihren leeren Lebensstiel leisten können. Haltet sie davon ab, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Wenn dann ihre Familie sich bald in Bruchstücke aufteilt, wird ihr Zuhause keinen Schutz mehr von dem Druck der Arbeit bieten." "Putscht ihre Gedanken derart auf, dass sie die sanfte, leise Stimme des Heiligen Geistes nicht mehr hören können. Verlockt sie dazu, die Radios oder Kassettenrekorder immer einzuschalten, wenn sie Auto fahren. Das sie die Fernseher, Videorecorder, CD-Player und PCs in ihren Häusern ständig in Betrieb haben; und seht auch zu, dass in jedem Geschäft und Restaurant auf der ganzen Welt rund um die Uhr nicht-biblische Musik läuft. Das wird ihre Gedanken durchdringen und die Einheit mit Christus zerstören!" Füllt die Kaffeetische mit Magazinen und Zeitungen. Hämmert ihnen, 24 Stunden am Tag, die neuesten Nachrichten ein. Überschwemmt die Straßen mit Werbeschildern. Überflutet ihre Briefkästen mit Junkmail, Katalogen, Werbefoldern und jeder Art von Newslettern und Angeboten von Gratis-Produkten, Diensten und falschen Hoffnungen. Füllt die Magazine und Titelseiten mit schönen, schlanken Models, dass die Ehemänner immer mehr glauben, das äußere Schönheit wichtig ist und sie unzufrieden mit ihren Ehefrauen werden. Das wird die Familien sehr schnell spalten!" "Sogar in ihrer Erholung sollen sie nicht zur Ruhe kommen. Lasst sie von ihrem Urlaub erschöpft, beunruhigt und unvorbereitet für die kommende Woche, zurückkehren. Lasst nicht zu, dass sie in die Natur hinausgehen um Gottes Schöpfung zu bewundern. Schickt sie stattdessen in Vergnügungsparks, zu Sportveranstaltungen, Konzerten und ins Kino. Haltet sie beschäftigt, beschäftigt, beschäftigt! Und wenn sie mit anderen Christen Gemeinschaft haben, verwickle ihre Gespräche in Klatsch und Small Talk, so dass sie mit schlechtem Gewissen und unbeständigen Gefühlen weggehen. Macht nur weiter, lasst sie ruhig Evangelisationen machen und Seelen gewinnen, aber verstopft ihr Leben mit so vielen guten Gründen, dass sie keine Zeit mehr haben, Kraft von Gott zu holen. Bald werden sie aus ihrer eigenen Stärke leben, ihre Gesundheit und Familie für die gute Sache opfern. Es wird funktionieren!"
Es war ein durchaus erfolgreiches Versammlungstreffen. Die Dämonen gingen eifrig an ihre Aufträge, Christen auf der ganzen Welt noch mehr zu beschäftigen und zu jagen, hier und dort hingehen zu müssen.
Ich glaube die Frage ist: "War der Teufel mit diesem Konzept erfolgreich?" Du entscheidest! "Beschäftigt" bedeutet "Busy" ...
Mittwoch, 22. April 2009
Großartige Rezepte für ein friedliches erfülltes Leben!
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Donnerstag, 26. März 2009
DIE GESCHICHTE VOM ADLER
Ein Mann – so wird erzählt – fing sich im Wald einen jungen Adler.
Er nahm ihn mit nach Hause und steckte ihn zu seinen Hühnern in den Hühnerstall. Er gab ihm Hühnerfutter zu fressen, obwohl er doch ein Adler war, der König der Vögel, der König der Lüfte!
Nach fünf Jahren kam einmal ein anderer Mann zu Besuch, der verstand etwas von Naturkunde. Dem fiel der Adler auf und er sagte: Der Vogel dort ist kein Huhn, sondern ein Adler. “Ja“, sagte der Mann, das stimmt. Aber ich habe ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, sondern ein Huhn. "Nein“, sagte der andere, er ist noch immer ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers und das wird ihn hoch hinauffliegen lassen in die Lüfte. “Nein, nein“, sagte der Mann, er ist jetzt ein richtiges Huhn geworden und wird niemals mehr wie ein Adler fliegen“.
Darauf beschlossen sie, eine Probe zu machen. Der vogelkundige Mann nahm den Adler, hob ihn in die Höhe und sagte beschwörend: "Der du ein Adler bist, der du dem Himmel gehörst und nicht dieser Erde, breite deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler auf der Hoch gestreckten Faust blickte sich um. Hinter sich sah er die Hühner nach ihren Körnern picken und er sprang zu ihnen hinunter und pickte mit.
Der naturkundige Mann gab aber noch nicht auf. Am nächsten Tag stieg er mit dem Adler am Arm auf das Dach des Hauses, hob ihn empor und sagte: Adler, derdu ein Adler bist, breite deine Schwingen aus und fliege!“ Aber als der Adler wieder die scharrenden Hühner im Hof erblickte, sprang er zu ihnen hinunter und scharrte mit. Da sagte der Mann: Ich habe es dir ja gesagt, er ist ein Huhn und er bleibt ein Huhn. “Nein“, sagte der andere, Er ist ein Adler und er hat noch immer das Herz eines Adlers. Lass es uns noch ein einziges Mal versuchen. Morgen werde ich ihn fliegen lassen.
Am nächsten Morgen ging er mit dem Adler vor die Stadt auf einen hohen Berg. Er hob den Adler empor und sagt zu ihm: "Adler, du bist ein Adler. Du gehörst dem Himmel, nicht dieser Erde. Breite deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler zitterte, aber er flog nicht. Da ließ ihn der naturkundige Mann direkt in die Sonne schauen und plötzlich breitete der Adler seine Schwingen aus, erhob sich mit dem Schrei eines Adlers in die Luft und kehrte nie wieder zurück.
DIE GESCHICHTE VOM BLEISTIFT
Die Geschichte vom Bleistift
Der Junge sah zu, wie die Großmutter einen Brief schrieb.
Irgendwann fragte er: „Schreibst du eine Geschichte, die uns passiert ist? Ist es vielleicht sogar eine Geschichte über mich?“
Die Großmutter hielt inne, und mit einem Lächeln sagte sie zu ihrem Enkel: „Es stimmt, ich schreibe über dich. Aber wichtiger als die Worte ist der Bleistift, den ich benutze. Es wäre schön, du würdest einmal so wie er, wenn du groß bist.“
Der Junge schaute den Bleistift verwirrt an und konnte nichts Besonderes an ihm entdecken. „Aber er ist doch genau wie alle anderen Bleistifte!“
„Es kommt darauf an, wie du die Dinge betrachtest. Der Bleistift hat fünf Eigenschaften, und wenn du es schaffst, sie dir zu Eigen zu machen, wirst du zu einem Menschen, der in Frieden mit der Welt lebt.
Die erste Eigenschaft: Du kannst große Dinge tun, solltest aber nie vergessen, dass es eine Hand gibt, die deine Schritte lenkt. Diese Hand nennen wir Gott, und Er soll dich immer seinem Willen entsprechend führen.
Die zweite Eigenschaft: Manchmal muss ich das Schreiben unterbrechen und den Anspitzer benutzen. Dadurch leidet der Stift ein wenig, aber hinterher ist er wieder spitz. Also lerne hin und wieder Schmerzen zu ertragen, denn sie werden dich zu einem besseren Menschen machen.
Die dritte Eigenschaft: Damit wir Fehler ausmerzen können, ist der Bleistift mit einem Radiergummi ausgestattet. Du musst begreifen, dass Korrigieren nichts Schlechtes, sondern dringend erforderlich ist, damit wir auf dem rechten Weg bleiben.
Die vierte Eigenschaft: Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz oder seine äußere Form, sondern die Graphitmine, die in ihm drinsteckt. Also achte immer auf das, was in dir vorgeht.
Schließlich die fünfte Eigenschaft des Bleistifts: Er hinterlässt immer eine Spur. Auch du musst wissen, dass alles, was du im Leben tust, Spuren hinterlässt, und daher versuchen, das, was du gerade tust, ganz bewusst zu machen.“
Aus: Paulo Coelho (2006)
Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt
Freitag, 13. März 2009
Seesterne retten
Seesterne retten
Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.
Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.
Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.
Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: "Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!"
Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: "Für ihn wird es etwas ändern!"
Splitter und Späne!
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Mittwoch, 11. März 2009
Immerwährender Kalender - Karl May Stiftung -
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